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Es war mal wieder soweit. Durch unvorsichtiges hantieren ist mir das zweitdünnste Element eines Fiberglasmastes abgebrochen. Das dünnste und wohl kaum brauchbare Element war schon vor längerer Zeit kaputt gegangen. Was tun? Der Mast, der eigentlich eine Stipprute ist und mit bei meiner Rubrik Quad / Loop als Antennenbauelement dient wäre als Spreizer für eine Quad bzw. Loop bald nicht mehr zu gebrauchen gewesen. Aber als alter Epoxidharz Klebefreund machte ich mir Gedanken wie das Problem zu lösen sei. Sehr schnell war klar - hier wird mal wieder geklebt. Vom dünnsten Element schnitt ich so etwa 20cm ab. In dieses Stück passte eine Ringschraube und so kam mir spontan die Idee, am Ende des abgebrochenen Stückes eine Ringschraube mit einzukleben. Den passenden Stopfen hatte ich auch schon. Gesagt getan, Kleber angerührt doch zuvor noch vom dünnen abgeschnittenen Stück den Lack mit Schleifpapier entfernt. Dieses Stück, ich nenne es Stabilisierungsstab, wird nachher in das andere Stück hineingeschoben und mit dem Giesharz verklebt.
Klingt jetzt alles etwas kompliziert und deswegen gibt’s ein Bild:
Auf dem Bild rechts zu sehen sind die beiden schwarzen Fiberglasstücke mit der Bruchstelle. Am Ende links dann die Ringschraube die in den Stopfen eingedreht wurde. Oberhalb dieser beiden Stücke das abgeschliffene Fieberglasstück des nächst dünneren Elementes, in diesem Fall war es das dünnste Element das schon vor längerer Zeit abgebrochen war. Dieses Stäbchen (Stabilisierungsstab) verstärkt die Bruchstelle von Innen. Etwas angerührtes Giesharz wird in den Kunststoffstopfen gegeben, dann das abgebrochene Ende in den Stopfen hineingeschoben, so das dieser das Ende gut abschliesst. Nun füllt man das Giesharz bis zur Oberkante der Bruchstelle und steckt dann den Stabilisierungsstab hinein. Austretendes Giesharz wird noch um den sichtbaren Teil des Stabilisierungsstabes geschmiert. Danach zügig etwas Giesharz in das andere Ende des Mastes eingiesen und diesen dabei drehen, so dass sich das Harz an der Innenwand gut verteilt. Nun den noch sichtbaren Teil des Stabilisierungsstabes in den Fiberglasmast bis zur Bruchstelle einschieben. Das ganze ist noch flüssig, so dass die beiden Bruchstellen gut miteinander verbunden und eventuell noch positioniert werden können. Hinlegen und trocknen lassen. Fertig sieht das ganze dann so aus. Die Bruchstelle ist noch etwas zu sehen aber eben durch den Stabilisierungsstab von innen her verklebt und dadurch ist alles äusserst stabil. Viel an Gewicht kam auch nicht hinzu und ist eher als unbedeutend einzustufen. Durch den Ring am Ende lässt sich z.B. gut ein Draht einer Quad durchziehen. Natürlich werde ich die zweite Stipprute auch mit einem Ring versehen. Da ist noch alles ganz und trotzdem werde ich einen passenden Stabilisierungsstab hineinschieben. Übrigens verschwindet der ganze Stab mit dem Ring im nächst grösseren Element. Der Ring ist nicht übergross und so kann der Mast bzw. die Stipprute ganz zusammengeschoben werden. Wenn auch auf diesem Bild ein leichter Bogen im Fiberglaselement zu sehen ist, so ist doch alles gerade. Das lag an der Position der Kamera. Wenn aber nicht am Ende der Fiberglasmast bricht, sondern er bereits irgendwo in der Mitte am Übergang zum nächsten Element Risse hat bzw. ausfranst, dann kann entweder die Stelle mit Klebeband umwickelt oder ein Schrumpfschlauch darüber geschoben werden. Auf dem rechten Bild ist deutlich die beschädigte Stelle zu sehen. Einen passenden Schrumpfschlauch darüber gezogen, wenn möglich von der Seite wo die Elemente dünner werden. Gut verschrumpfen und der Mast franst nicht weiter aus.
Reinigung und Pflege:
Die Reinigung bzw. Pflege von Fiberglasmasten soll hier kurz angesprochen werden.
- Entfernen von Klebereste durch Klebebänder:
Waschbenzin auf einen Lappen geben und dann mit diesem über die Klebereste reiben. Bereits mit wenig Druck sollten sich die Überreste des Klebebandes gut entfernen lassen. Auch die Verwendung von Reinigungsmittel für Lötrückstände auf Leiterbahnen sind dafür zu gebrauchen. Allerdings etwas teurer in der Anschaffung als Waschbenzin. Eine leichte Verdünnung kann ebenfalls zum entfernen der Kleberückstände verwendet werden. Für alle aufgeführten Reinigungsmittel gilt: Nur in gut belüfteten Räumen oder im freien Gelände ausführen. Feuergefahr.
- Allgemeiner Schmutz:
Spülmittel und etwas Wasser in einem Eimer. Abwaschen genügt.
- Rohre innen reinigen:
Die Rohre müssen hin und wieder auch innen gereinigt werde. Ich spüle die Rohre einzeln mit Wasser durch. Danach stelle ich sie in die Ecke und lasse sie zwei bis drei Tage trocknen. Wenn durch das spülen z.B. Sandpartikel nicht entfernt wurden so können die Rohre auch auf eine andere Art und Weise gereinigt werden. Hierzu wird ein alter Lappen aus fusselfreien Material getränkt in Waffenöl an einer Schnur durch das Rohr gezogen. Das Öl nimmt die Rückstände auf und das Rohr wird gereinigt. Mit dem Öl sparsam umgehen und eventuell mit einem weiteren Lappen nachziehen der zuviel verwendetes Öl aufnimmt. Natürlich werden die Kritiker sagen, dass das verdrehen der Rohre nun nicht mehr so möglich sei. Generell ist es so, dass der auseinander gezogene Mast an den Elementübergängen mit Kabel- binder gegen das ineinander rutschen gesichert wird. Und wer die Mastelemente auch nun weitere zwei Tage lüften lässt hat weniger Ölrückstände in den einzelnen Elementen. Im Übrigen rutschen bei mir die Elemente auch ohne Sicherung nicht ineinander sofern die Belastung nicht zu gross ist. Dann verwende ich auch Kabelbinder. Bild links zeig die Elemente noch ineinander und mit Sandpartikeln trotz Spülung behaftet. Bild rechts ein mit Waffenöl gereinigtes Rohr. Das reinigen mittels Hochdruckreiniger ist auch eine Variante.
Ersatzteile:
- Schraubverschluss bei DX-Wire:
Der Schraubverschluss bei DX-Wire Masten (unten am Mast) ist bei mir im Laufe der Jahre gebrochen. Das liegt aber auch daran, dass die Masten trotz guter Transportverpackung auf meinen Reisen durch die Fluggesellschaften leiden müssen. Da ich auch nicht sehr behutsam mit den Masten umgehe liegt es bestimmt ein Stück weit an mir. DX-Wire hatte mir auf der HAM-RADIO 2007 auf Anfrage gleich zwei neue Schraubverschlüsse kostenlos übergeben. Kundendienst wie man meinte. Super Service. Nun habe ich bei meinen beiden Masten gleich die defekten, bereits mir Klebeband umwickelten Verschlüsse, gewechselt.
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