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Es gibt Tage im Leben eines Contesters an denen er sich die Frage stellt: “Für was tut man das eigentlich alles”. Es gibt Tage an denen man lieber im Bett geblieben wäre. Es gibt aber auch Tage an denen es an der Zeit ist das etwas bewegt wird. Einer dieser Tage bzw. einer dieser Wochenenden im Jahr ist der VHF IARU-Contest, der an jedem ersten Wochenende im September stattfindet. Bereits am Sonntag davor wurde das Equipment nach Ulm zur Uni gebracht. Das Shack wurde umgeräumt, Platz für die Endstufen geschaffen, jede Menge Geräte und Zubehör aufgebaut, verkabelt und besprochen. Am Contest Samstag kam OM Jürgen (DC3RJ) aus Nürnberg angereist. Nicht ganz soweit hatte es OM Thomas (DL1GRT). Beide waren Gast-OP´s an DK0UU. Neben Wolfram (DF2CD), den Gästen sowie Bernd (DL1SBM) war auch Andreas (DL2AU) mit dem Aufbau der Antennenanlage beschäftigt. Das Wetter war Sonnenbrandgefährlich und der Aufbau der Antennengruppen lief sehr gut von der Hand. Nach dem Aufbau wurde eine Vesperpause eingelegt und danach erklärte Bernd unseren beiden “Neuen” die Contest-Software. Wolfram und Andreas waren noch auf dem Dach der Uni und erledigten andere Arbeiten die nicht unbedingt direkt etwas mit den Antennengruppen zu tun hatten. Man hatte ja noch Zeit und keiner hatte mitbekommen, dass sich Murphy bereits im Shack einquartiert hatte. Irgendwann, es waren nur noch 30 Minuten bis Kontestbeginn, nachdem die Prozedur des “Anfahrens” beendet war, wurde das eine und andere QSO geführt. Alles in Ordnung - noch zu diesem Zeitpunkt. Der Kontest begann zäh. Haben wir vielleicht doch die falsche Frequenz gewählt? Die Zweitstation (Sub) hörte gut. An der Hauptstation (Main) konnte man das nicht behaupten - vielleicht ein Bedienungsfehler? Doch dann kam ein QSO nach dem anderen bis, ja bis der OM an der Hauptstation sprachlos wurde. “Nach was riecht es hier?” und im gleichen Satz “hier qualmt es!”. Hektik - sofort springen die Anderen auf und sehen auch schon woher die Rauchentwicklung kommt. Aus dem Antennenwahlschalter qualmt und stinkt es heraus. Sofort von der Spannung trennen. Alle PA´s aus. Haupt- und Zweitstation aus. Raus erst mal mit dem stinkenden Teil aus dem Shack in den Vorraum. Aufschrauben, schauen und dann Ernüchterung. Das war nicht der Übeltäter nur ein Folgeschaden. Also Teilabbau der Anlage. Nach kurzer Suche wurde ein defektes Bauteil in einem wichtigen Zusatzgerät gefunden. Hm.... was tun? Wolfram fuhr nach Hause holte das benötigte Bauteil. Die Zwangspause wurde unter anderem dafür benützt, um die Main- und Substation auf Schäden, bezüglich des Empfangs, zu überprüfen. Es wurde nichts festgestellt. Nach erfolgter Reparatur, Zusatzgerät wieder integriert, PA´s auf “ON”, Main-Station läuft, Sub-Station konnte nicht mehr im vollem Umfang bedient werden aber das war zu verschmerzen und nun hieß es die verlorenen Stunden aufzuholen. Und dann passierte es. Der zweite Antennenumschalter rauchte auch ab. Und nun? Der Fehler musste noch viel tiefer liegen. Es musste eine Kettenreaktion sein doch wo war der Verursacher? Krisensitzung. Was können wir tun? Die Station umbauen, nur mit einem Gerät einer PA und mit einer Antenne arbeiten oder doch nach dem “GAU” abbauen und den IARU Contest 2011 als abgehakt betrachten? Aufgegeben wird nicht, wir machen das Beste aus der Situation und ziehen das durch. Noch war Tageslicht vorhanden und so teilte man sich auf. Während Jürgen, Thomas und Bernd auf das Uni Dach gingen um die Antennengruppen abzubauen, bereiteten Wolfram und Andreas den Umbau des Shacks vor, damit man wie geplant mit einen Station und einer einzigen PA an der fest stationierten Antenne der Uni arbeiten konnte. Die Antenne ist auf einem Rotor montiert und hat eine schmale Keule. Es war sofort klar, dass wir zum einem viel Zeit verloren haben und zum anderen nicht mehr der große Fisch sind auf den sich die Meute stürzt, sondern ein kleiner Fisch waren der seine Möglichkeiten auf andere Art und Weise ausschöpfen muss. . Letztendlich kamen doch knapp 114.000 Punkte zusammen. Über 50% unter dem geplanten Ergebnis. Eines der Ziele Bester im Distrikt “P” - konnten wir unerwartet doch erreichen.
Fazit: Es gibt Tage an denen man sich die Frage stellt: “Für was tut man das eigentlich alles”. Es gibt Tage an denen man lieber im Bett geblieben wäre. Und es gibt Tage im Leben eines Contesters, wo es nicht entscheidend ist was man für ihn tut, sondern was er für das Team tun kann und das ist Amateurfunk.
Wir kommen zurück. DK0UU - University of Ulm
(Wer auf den Gipfel will muss durch viele Täler gehen - von DL2AU)

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