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Amateurfunk DL2AU

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Dokumentation zum CB-Funkgerät ROYCE 1-625

Die Fa. ROYCE hatte Ihren Sitz in den USA und lies wie viele andere Anbieter ihre Geräte in Japan bauen.
Die Marke ROYCE produzierte im Laufe ihrer Firmengeschichte nachfolgende Basisstationen. Die Mobilgeräte sind unter folgendem Link:
       
  • Modell 619 - 40 Kanäle - AM
  • Modell 620 - 23 Kanäle - AM
  • Modell 621 - 40 Kanäle - AM
  • Modell 624 - 23 Kanäle - AM
  • Modell 625 - 40 Kanäle - AM
  • Modell 640 - 23 Kanäle - AM/SSB
  • Modell 641 - 40 Kanäle - AM/SSB
  • Modell 642 - 40 Kanäle - AM/SSB
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Über  die amerikanische Seite von EBAY konnte ich eine ROYCE 1-625 erwerben.  Die 1-625 wurde auch in Deutschland vertrieben und hies MADER 1-625. Der  Anbieter hier war die Fa. MADER in Filderstadt. Zu den großen Zeiten  des CB-Funks zählte dieses Gerät zu dem Besten was auf dem Deutschen  CB-Funk Markt damals angeboten wurde. Die Fa. MADER vertrieb zwei  Heimstationen in Ihrer Firmengeschichte, die 1-624 und die 1-625.
       
Der Unterschied zwischen einer ROYCE 1-625 und einer MADER 1-625 ist im wesentlichen wie folgt:
       
  • ROYCE 110 Volt / Mader 220 Volt
  • ROYCE 12 Volt / Mader -----
  • ROYCE 40 Kanäle / Mader 12 Kanäle
  • ROYCE 2 Watt Ausgangsleistung / Mader 0,5 Watt Ausgangsleistung
  • ROYCE AM / Mader AM und FM
  • POYCE PA-Funktion / Mader -----
  • ROYCE Kanalschalter / MADER UP und DOWN Kanalwähler
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Ansonsten  waren die beiden Geräte äußerlich fast baugleich und unterschieden sich  nur auf der Frontplatte durch die Namensbezeichnung und an der Stelle,  wo die ROYCE ihren CB/PA Schalter hat, ist bei der MADER der Schalter  für AM/FM.
       
Bei  dem erworbenen Gerät, die ROYCE 1-625, handelte es sich um ein  Gebrauchtgerät im schlechten äußerlichen Zustand. Auch die Technik war nicht perfekt, so war z.B. der 12 Volt Anschluß ohne Funktion, die  Drehpotis hatten das alterstypische Krachen. Das Holzfurnier war beidseitig teilweise stark beschädigt und im allgemeinen war das  Funkgerät “versifft”.
       
Es bedarf zuerst einer Bestandsaufnahme was zu erledigen ist.
       
  • Demontage des Gehäuses mit Abbau der Frontplatte
  • Ausbau des Netzteiles mit Überprüfung
  • Leistungsüberprüfung der CB-Basisstation
  • Reinigung der Potis
  • Reinigung sämtlicher Schalter und Drehknöpfe
  • Neues Furnier auf die Seitenteile des Gehäuses aufbringen
  • Reinigung des Mikrofones sowie weitere Innen- und Außenreinigung des Gerätes
  • Funktionsüberprüfung
  • Zusammenbau
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Das  Netzteil bedarf besonderer Aufmerksamkeit. Da das Gerät für den  amerikanischen Markt gebaut wurde hat es als Versorgungsspannung 110 Volt. Zusätzlich befindet sich an dieser Baugruppe auch ein 12 Volt  Anschluss. Die Umschaltung erfolgt mittels Schiebeschalter von AC nach  DC und wieder zurück. Geht es um die Erhaltung des Originalzustandes, sollte diese Baugruppe nicht verändert werden. Der Betrieb der Station  kann dann nur mit einem Spannungswandler erfolgen, da unser Stromnetz 220 Volt hat. Die andere Möglichkeit wäre, dass Gerät über den 12 Volt  Anschluß zu betreiben. Dieser ist allerdings ohne Funktion.
Die  nächste Variante wäre, die Baugruppe auf 220 Volt umzubauen oder man  schaut nach eine MADER (dem deutschen Pondon) und entfernt dort die 220Volt Baugruppe und baut diese in die ROYCE ein. Es würde eine  Zeitersparnis sein, da die originale 110Volt Baugruppe durch die 220Volt Baugruppe ersetzt wird.
Die Abmessungen sind gleich und man müsste die 110Volt Baugruppe nicht auf 220Volt umzubauen.
Derzeit favorisiere ich die letzte Variante und bin auf der Suche nach einer alten verratzten MADER um diese auszuschlachten. Das Projekt wird sich also hinziehen, denn nicht jede Woche wird so ein Gerät angeboten.
       
Ansonsten  wurde die Station teilzerlegt. Knöpfe und Potis sowie die Frontplatte  und das Mikrofon gereinigt. Die Leistungsüberprüfung hat ergeben, dass  das Funkgerät die vom Hersteller angegebene Sendeleistung bringt. Ein Modulationstest wurde ebenfalls durchgeführt und war positiv. Das Funkgerät sendet auch auf den angegebenen Kanälen. Für den derzeitigen Betrieb ist das Gerät an der Hauptplatine über ein handelsübliches Netzteil direkt angeschlossen
       
Die Instandsetzung des Gehäuses, genauer die Neufurnierung, werde ich bei einem Schreiner in Auftrag geben.
       
Nachfolgend zu sehen diverse Bilder des Entwicklungsstandes.















Zwischenstand 15.01.2021
        
Das  Gerät wurde inzwischen abschließend überprüft. Aktuell suche ich eine  verratzte MADER zur Ersatzteilgewinnung, um das Netzteil in die ROYCE  einzubauen. Deswegen geht es auch derzeit nicht voran, da solche Geräte  nicht jeden Tag angeboten werden.
Inzwischen habe ich bei einer  örtlichen Schreinerei die “Holzseitenteile” vorgelegt und angefragt, ob  eine Neufurnierung möglich ist. Dabei stellte sich heraus, dass die  “Holzseitenteile” aus Kunstofffurnier und kein Echtholzfurnier sind.  Also doch mehr Schein als sein, aber egal, ich werde in den nächsten  Wochen ein Angebot erhalten, was die Aufarbeitung, die Neufurnierung mit Echtholzfurnier, kostet und dann die Sache in Auftrag geben.
Gerade  wenn man Geräte dieser Art im WEB kauft, sind die “Holzseitenteile”  oftmals in Mittleidenschaft gezogen worden oder der Eigentümer hat noch  eine Mikrofonhalterung angeschraubt - eben alles nicht original.







Die  Suche nach einer MADER 1-625 als Schlachtgerät hatte Erfolg. Als  Mitglied einer Facebook-Gruppe startete ich einen Aufruf und es fand sich ein OM, der eine Mader 1-625 im gewünschten Zustand hatte. Schnell  waren wir uns handelseinig. Die Mader wurde geliefert und das Netzteil,  um das es mir letztendlich ging, ausgebaut und in die ROYCE 1-625  eingebaut. Wie erwartet passte es genau in die Aussparung, in der sich  das original Netzteil der ROYCE befindet, dass aber wie bekannt nur an 110 Volt angeschlossen werden kann. Das Netzteil der Mader ist eben 220  Volt tauglich.
Das Gerät kam, das Netzteil funktioniert, nur musste  da noch etwas umgebaut werden, denn der Innenanschluß der ROYCE ist zwar  identisch mit der MADER, nur hat der MADER Stecker zwei Pins und die  ROYCE vier, wobei nur drei benötigt werden. Also wurde der kleine Kabelbaum aus dem ROYCE-Netzteil in das MADER-Netzteil eingebaut und der  dortige Kabelbaum entsorgt.



Links das MADER-Netzteil und rechts das ROYCE-Netzteil vor dem Umbau.



Die Hochzeit ist geglückt und die Leistung passt auch.



Aus einer ROYCE 1-625 für den amerikanischen Markt mit 110 Volt, wurde jetzt ein Gerät für den Europäischen Markt mit 220 Volt.
Nun muss nur noch der Schreiner mit dem Angebot kommen, damit die “Holzseitenteile” erneuert werden können.
Am  29 Januar 2021 ist das Angebot für die Neufurnierung durch den  Schreinerbetrieb eingegangen. Um der Original Struktur des Kunststofffurniers am nächsten zu kommen, soll ein Echtholzfurnier  Amerikanischer Nussbaum verwendet werden. Der Preis für die Arbeit wäre  200.- EURO  zzgl. geltende Mehrwertsteuer und mit dem Zusatz, dass es  sich dabei um ein ungefähres Angebot handelt und man erst mit Abschluss  der Arbeit den eigentlichen Preis hätte.
Das ist erst einmal eine Hausnummer für diese Arbeit, die sicherlich qualitativ auf dem höchsten  Stand wäre aber letztendlich den Wert des Gerätes dadurch nicht  wesentlich steigen würde.
Da mein Großvater Schreinermeister war und  mir in jungen Jahren viele Tipps und Tricks bei der Holzbearbeitung  vermittelte erinnerte ich mich dunkel daran, dass das furnieren auch  dabei war. Ich werde mich damit nun selbst beschäftigen.



Zu  sehen die bereits vom Kunststofffurnier befreiten Holzseitenteile. Bei  den dunklen Flecken handelt es sich um eine Holzspachtelmasse die Beschädigungen ausgleichen soll. Ich habe ganz bewusst auf  Kunstharzspachtel verzichtet, da ich mir nicht vorstellen kann, dass  sich der Holzleim, der auf das Echtholzfurnier aufgetragen wird, sich an  den gespachtelten Stellen mit dieser Spachtelmasse verbindet. Bei einer Holzspachtelmasse bin ich zuversichtlicher. Abgesehen davon hätte ich  auch Sägemehl mit etwas Holzleim zu einer Masse vermengen und diese,  anstatt der jetzt verwendeten Spachtelmasse, einsetzen können. Sobald  die Masse durchgehärtet ist, wird wieder geschliffen.
         
Zwei  Echtholzfurnierblätter, in etwa DIN A4 aus altem Amerikanischen  Nussbaum, konnte ich bei einem Antiquitätenhändler auftreiben und warte  nur noch auf die Zusendung. Der Preis fantastisch - keine 13 EURO  inklusive Versand - er wollte es wohl weghaben. Am 2. Februar 2021 ist  das Material eingetroffen. Um es zu verarbeiten empfiehlt es sich, dass  Furnier und das Trägermaterial, in dem Fall die beiden Seitenteile, gut  einen Tag gemeinsam in einem Raum zu lagern, damit die gleichen Klimaverhältnisse herrschen.
Holzleim ist wichtig und das Furnier  muss auf dem Trägermaterial fest angepresst werden. Am besten oben und  unten breite Bretter verwenden und das Ganze dann mit mehreren  Schraubzwingen zusammenpressen. Danach 24 Stunden ruhen lassen. So hat  sich dieser Prozess über mehrere Tage hingezogen. Danach das  überstehende Material fein abarbeiten. Viel Fingespritzengefühl ist  gefragt und dann die furnierten Flächen mit sehr feinem Schleifpapier,  in nicht kreisender Bewegung, sondern der Maßerung verlaufend,  anschleifen bis die Oberfläche fein und glatt ist. Furniert wurde pro  Seitenteil eine Fläche sowie zwei von vier Kanten. Die beiden anderen  Kanten sind auch beim Original nicht furniert.




Zwischenzeitlich  habe ich mich auch den alten Schrauben gewidmet. Die Schraubenköpfe  waren angerostet, so dass ich diese mit einem sehr feinen Schleifpapier  von der braunen Pest befreite. Danach habe ich sie mit einem schwarzen  Mattlack besprüht, damit sie wieder ordentlich aussahen.




Nach  gründlicher Reinigung der furnierten Flächen wurde das amerikanische  Nussbaum mit einem Nussbaumöl eingeölt, um es abzudunkeln, damit es dem Original Kunststofffurnier am nächsten kommt.


Letztendlich,  nachdem dieser Prozess mehrmals vollzogen wurde und auch das Öl über  mehrere Stunden eingewirkt hat, wurden die Holzseitenteile mit dem   Metallgehäuse verbunden, um dann das als Komplettgehäuse mit der Station  endgültig verschraubt zu werden.






Wenn  es nun auf den Bildern nicht gut zu erkennen ist, so stimmen die Farben  der Seitenteile doch sehr gut zum Frontbereich. Die Kanalanzeige ist nicht pink, sondern rot. Bilder verfälschen oftmals die wahren Farben.

Fazit:

Die  ROYCE 1-625 ist in Europa mit Sicherheit ein seltenes Stück, da sie auf  220 Volt umgebaut und komplett überarbeitet bzw. restauriert wurde.

Kostenaufstellung:

  • Ankauf des Gerätes aus den USA mit Einfuhrumsatzsteuer rund 170.- EURO
  • Ankauf eines Schlachtgerätes, Typ MADER 1-625, zur Ersatzteilgewinnung, genauer das Netzteil 60.- EURO
  • Ankauf des alten Furniers “Amerikanischer Nussbaum” rund 13.- EURO

Gesamtkosten  243.- EURO.  Den Leim, den Sprühlack, das Nussbaumöl und die feinen  Schleifpapiere hatte ich bereits im Bestand. Der Zeitaufwand über  mehrere Wochen gerechnet, immer mal wieder daran gearbeitet, beträgt  rund 15 Stunden.

Projekt abgeschlossen.




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