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Amateurfunk DL2AU

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Dokumentation zum Amateurfunkgerät SOMMERKAMP FL-200B bzw. FR-100B
        
Der  FL-200B wurde laut dem Radiomuseum 1967 hergestellt. Andere Quellen  besagen, dass es diesen Amateurfunksender schon im Jahr 1964 gegeben hat. Richtig gelesen “Sender”, denn der Empfänger war separat und dessen  Bezeichnung lautete FR-100B. Die Produkte waren aus dem Hause “YAESU” und bekamen das Label Sommerkamp.
Es gab die beiden Sender  (Transmitter) FL-100B und  FL-200B, den Empfänger (Receiver) FR-100B,  den Lautsprecher (Speaker) SP-100 und die Kurzwellenendstufe (Amplifier)  FL-1000.
Die Bezeichnung der beiden Sender richtete sich nach deren  maximaler Ausgangsleistung. Der FL-100B hatte 100 Watt und der FL-200B 200 Watt.
In einer großen Verkaufsplattform fand ich einen FL-200B  den ich ersteigern konnte. Es sollte ein neues Projekt werden, mit dem  ich im Herbst/Winter 2019 begann.
Zum damaligen Preis des Gerätes  kann ich noch nichts genaueres sagen. In meinen Unterlagen über diverse  Gerätehändler der vergangenen Jahrzehnte fand ich bei Hannes Bauer, im  Katalog von 1968, den Receiver FR-100B für 1.279 DM, umgerechnet 653,94 EURO.
Der FL-200B sah bereits auf den Bildern als größere Baustelle  aus, was sich sicherlich bewahrheiten wird. Es fängt schon mit der Gehäusefarbe an, die in hellem grau bzw. weiß ist und vermuten lässt,  dass der oder die Vorbesitzer eine künstlerische Hand hatten und das Gehäuse umlackierten.
Oder es könnte ein Marinemodell sein, denn die  Geräte dafür waren schon durch die Gehäusefarbe, die eben in hellgrau  bzw. weiß ist, zu unterscheiden. Ich werde mich überraschen lassen was  für ein Gerät ich gekauft habe.
        
Doch bevor ich weiter ins Detail gehe möchte ich auf die Seite von OM Rolf Heine (DL6ZB) verweisen, der das Thema Restauration von Röhrengeräten treffend beschrieben hat.
        
Der  Transmitter kam und es bestätigte sich mein erster Eindruck. Gehäuse  runter, das tatsächlich nicht im klassischen Oliv/Grau sondern im Hellgrau/Beige war und erst einmal angefangen grob zu reinigen. Zu  späterer Stunde gab ich dem TX Stom und es dauerte nicht lange und schon war das erste Knallen zu hören. Kurz danach wieder und wieder. Es war  das Knallen das bei Überspannungen zu hören ist. Den Sender habe ich daraufhin wieder vom Strom genommen und die weitere Zerlegung auf den  nächsten Tag verschoben.
Ich begann mit dem Entfernen der Röhren,  diese zu reinigen und wieder einzusetzen. Teilweise waren sie schief  positioniert. Auf der Unterseite, bei der so einiges eher fliegend  verdrahtet ist stellte ich fest, dass manche Bauteile so nah beieinander  waren, dass vermutlich hier Ströme bzw. Spannungen entstehen können die  nicht gut für das Gerät sind. Nachdem ich auch alle Bedienknöpfe zur  Reinigung entfernt den Mode-Schalter gangbar gemacht und die Unter-  sowie die Oberseite gereinigt hatte,  begann ich wieder mit dem  Zusammenbau um das Gerät ein zweites Mal unter Strom zu setzen.
Siehe da, es war kein knallen mehr zu hören, die Röhren glühten, die  Skalenbeleuchtung ging auch wieder und so lies ich den offenen TX einige Stunden im “STAND BY” Betrieb. Die Umschaltung von “STAND BY” auf  “OPER” funktionierte auch und es war ein deutliches Schalten eines Schaltkontaktes zu hören. In den nächsten Tagen werde ich immer abends den Sommerkamp FL-200B unter Strom setzen, ein paar Stunden im “STAND  BY” laufen lassen und danach wieder ausschalten. Eine gründliche  Reinigung und erneute Überprüfung der Bauteile wird selbstverständlich noch erfolgen.










Dauertest  am 11. August 2019. Der TX wurde gut 12 Stunden unter Strom gesetzt.  Keine Auffälligkeiten erkannt. Belastung der Endstufe erfolgt demnächst.  
Das Shack entwickelt sich zur  Werkstatt. Der FR-100B (RX) ist eingetroffen.



Während  der TX jeden Abend für mehrere Stunden eingeschaltet wird, wartet der  RX auf seine erste Inbetriebnahme. Doch zuerst gilt es das Gerät zu säubern und zu überprüfen ob irgendwelche Auffälligkeiten bereits mit  dem bloße Auge erkennbar sind. Nicht vergessen Hochspannung - Lebensgefahr.
        
Seit  Sonntag den 18. August läuft der RX jeden Abend mehrere Stunden. Die  Empfangsantenne ist eine Loop - nicht abgestimmt. Die Signale sind ordentlich, der Betrieb erfordert Fingerspitzengefühl. Das Gerät ist  innen weitgehend gereinigt. Die Frontplatte ist nun auch sauber und die  Knöpfe wurden entfernt, gereinigt und wieder aufgesetzt. Kontakte  überprüft und gereinigt. Eine Liste der eingebauten Quarze wurde erstellt. Über die Serienbestückung hinaus verfügt der RX über weitere  Bänder - respektive deren Quarze. Derzeit warte ich auf ein Messgerät das in den nächsten Wochen kommen soll, damit ich TX und RX  zusammengeschaltet an einem Dummy auf Funktion überprüfen kann. Eine Liste mit diversen zukünftigen Restaurationsmaßnahmen wurde schon  gedanklich erstellt. Der Umfang ist allerdings überschaubar. Der zeitliche Rahmen auf mehrere Jahre angesetzt, da diverse Teile nicht  täglich im WEB angeboten werden.
        
Update  Oktober 2019: Inzwischen ist das Projekt gut vorangegangen. Die  Messgeräte sind gekommen und die erste Prüfung steht noch an.
        
Update August 2020: Durch CORONA leider nicht viel weiter gekommen. Zur  damaligen Zeit wurde kein passendes Mikrofon angeboten, sondern die Funkamateure kauften Mikrofone aus dem Audio- bzw. Studiobereich und  bauten diese dann um. Um dem Stil der Station gerecht zu werden, fand ich ein Mikrofon komplett mit Ständer und Fuß. Es handelt sich dabei um  ein ARGONNE AR-54 Made in Japan. Gekauft auf dem Teilemarkt in den USA.  Zustand eher “erbärmlich” strahlt es jetzt wieder und hat etwas  Gebrauchsspuren. Das darf es auch haben. Es muss nun anschlussfertig  gemacht werden. Erste Modulationsversuche waren sehr erfolgreich. Es  funktioniert richtig gut.  
        
Update  Oktober 2020: Gehäuse wurden lackiert. Beide Geräte haben neue  Standfüße erhalten. Nach langer Suche fand ich Standfüße, die den originalen auf knapp 1mm Größenunterschied absolut nahe kommen. Die Verbindungskabel wurden auch angefertigt. Bei einem Testaufbau stellte ich fest, dass eine Cinchbuchse nicht richtig sitzt und eventuell einen Kurzschluss erzeugen kann. Das muss ich noch überprüfen.








Dem  aufmerksamen Beobachter wird bestimmt aufgefallen sein, das der  VFO-Knopf der Geräte unterschiedlich ist. Hier nehme ich an, dass bei einem der beiden Geräte nicht der Original VFO-Knopf mehr vorhanden ist  und ein ähnlicher montiert wurde. Dem gilt es auf den Grund zu gehen und  das steht auch auf der To-Do Liste. Die Vermutung ist, dass der TX  nicht den Original VFO-Knopf hat. Allerdings ist der TX im Web mit  diesem Knopf zu sehen. Interessant ist auch, dass es innerhalb der  Bauzeit einmal einen Wechsel der anderen Bedienknöpfe gab. Diese gab es  ganz in schwarz oder schwarz mit silber. Auch die Bauform der Knöpfe  änderte sich. Auf dem  bekannten Sommerkamp Bild, das Wolfgang  Sommerkamp und sein damaliger Kollege Peter Weber vor einer  Sommerkamp-Line zeigt ist, ist der TX und der RX mit schwarzen Bedienknöpfen zu sehen. Der Sommerkampschriftzug ist bei den mir  vorliegenden Geräten graviert. Es gibt ihn an gleicher Stelle auch aufgeklebt.

Bericht wird fortgesetzt. Vorläufiges Ende 01.10.2020


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